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Wie bereits beim Durchlesen der Beschreibung auf der ARD-Homepage zu erahnen war, haben sich die verantwortlichen Redakteure auch in der aktuellen Episode zum leidigen Thema "Killerspiele" in der gestrigen "Panorama"-Sendung kaum um eine objektive Darstellung bemüht. Anstatt auf eine ordentliche Recherche zurückzugreifen, bediente man sich wieder einmal der gängigen Klischees und wartete mit teilweise einfach unzutreffenden Aussagen zu Spielen auf.

Es ist sicher fraglich, ob überzogene Darstellungen wie die der "Hot Coffee Mod" für "GTA", in der es laut Bericht nur darum gehen soll, so viele Frauen wie möglich zu vergewaltigen, um das Ziel des Spiels zu erreichen, auf fundierte Recherche und Neutralität schließen lassen. Wenn dann noch passenderweise "Rape Me" von Nirvana eingespielt wird, nähert man sich unweigerlich dem Niveau einschlägiger Boulevardblätter.

Um die über 20.000 Gamer, die sich allein in der Bundesrepublik täglich online mit Ego-Shootern Killerspielen beschäftigen, zu repräsentieren, zog man einen älteren Mann und dessen erwachsenen Sohn zum Interview heran. Inwiefern diese stellvertretend für die ganze Community ernst zu nehmen sind, sei dahingestellt.

Ein interessantes Eigentor hat sich die ARD am Ende noch geschossen, indem sie einen Vote zum Thema online gestellt hat: "Sollten die so genannten Killerspiele generell verboten werden?" - Mit vernichtenden 99,47 Prozent für "Nein" und entsprechend nur 0,53 Prozent für "Ja" spricht dieser Vote eine deutliche Sprache und bestärkt uns in der Hoffnung, dass dieses Thema irgendwann vielleicht doch ad acta gelegt, oder zumindest "objektiver" behandelt wird